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Der Uhrensammler...
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von
Roger Ruegger
Für einmal ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag...
Uhren haben ein hohes Suchtpotential.
Um zu erfahren, wie gefährdet Sie wirklich sind, finden Sie nachstehend
eine Liste von ernstzunehmenden Anzeichen; nützen wird’s freilich wenig,
die Rückfallquote ist einfach zu gross:
Stufe 1: Einstiegsdrogen
Ein Bekannter zeigt Ihnen seine Uhren-Sammlung.
Berufliche Herausforderungen/Entbehrungen verlangen nach einer kleiner
Belohnung.
Sie beginnen damit, Uhrenmagazine zu lesen.
Im Urlaub kaufen Sie eine gute Rolex-Imitation (wer ist schon so doof,
so viel Geld auszugeben?).
Sie entdecken Ihre Vorliebe für Flohmärkte.
Stufe 2: Wahrnehmungsschwierigkeiten
Sie möchten mehr Uhren haben, als Ihr Bekannter.
Sie bewegen sich auf Websites wie dieser. Oder noch schlimmer: Sie
betreiben selbst eine Website wie diese (Stufe 3).
Ihre Liste von „Uhren, die Sie sich noch kaufen möchten“ wird schneller
erweitert, als Sie sie abarbeiten können. Übrigens: Bereits das Führen
einer solchen Liste ist sehr bedenklich.
Sie stellen fest, dass Ihr Grundsatz „Nie eine Uhr über Franken 3‘000 zu
kaufen“ langsam bröckelt.
Sie beklagen sich öfters bei Ihrer Frau, Sie hätten zu diesem Anzug
nichts Richtiges anzuziehen. Und meinen damit eine Uhr.
Das erste, was Sie an Ihrem Nebenbuhler beobachten, ist die Ausbuchtung
unter dem Ärmel. Selbes Phänomen tritt auch bei Akteuren in Kinofilmen
etc auf.
Sie rechtfertigen Ihren jüngsten Kauf tatsächlich mit der „einzigartigen
Möglichkeit, endlich Zwischenzeiten stoppen zu können“.
Sie würden nie eine Rolex-Imitation kaufen (das sieht man ja schon von
Meilen!).
Sie haben ein Uhrenmagazin abonniert.
Sie gehen mit Ihrer Frau endlich Schaufenster-Bummeln, aber nur, weil
Juweliere ja auch Schaufenster haben.
Sie haben sich soeben Ihre erste Sammel-Schatulle gekauft. Können sie
aber noch nicht füllen.
Stufe 3: Lasset alle Hoffnung fahren
Sie wissen nicht mehr, wie der Bekannte mit der Sammlung heisst.
Sie überlegen ernsthaft, Ihre Winter-, Frühlings- und Sommerferien zu
Gunsten eines Kaliber 5000 ins Wasser fallen zu lassen.
Sie versuchen, Ihre Frau für mechanische Uhren zu begeistern, nur damit
Sie Ihre Sammlung um Damenuhren erweitern können.
Ihr erster Uhrenbeweger macht Ihnen wirklich Spass.
Sie sprechen nicht mehr mit Menschen, die eine Swatch tragen.
Sie lernen Tauchen, Fliegen, Polo-Spielen, Bergsteigen etc., nur weil
Ihre Uhr das schon kann.
Ihr Sohn ist längst erwachsen und Sie haben ihm Grossvaters Uhr noch
immer nicht gegeben.
Sie entdecken das Sammeln von Uhrenarmbändern als perfektes „Hobby
dazwischen“.
Sie haben genug eigenes Werkzeug, um eine Revision selbst durchführen zu
können.
Ihre Frau kriegt Heulkrämpfe, wenn Ihr Geburtstag naht und sie genau
weiss, was Sie sich wünschen.
Sie interessieren sich für plastische Chirurgie; insbesondere der
Verpflanzung von zusätzlichen Armgelenken.
Sie verbringen Silvester vor Ihrem Ewigen Kalender.
Sie überlegen sich ernsthaft, eine unbekannte Uhrenmarke zu kaufen und
aufzubauen. Oder Sie suchen sich einen Job in der Uhrenindustrie. Nur
wegen der Einkaufskonditionen.
Der schönste Tag in Ihrem Leben ist der, an dem Sie merken, dass es noch
Taschenuhren, Wanduhren, Tischuhren etc. zu sammeln gibt.
Sie verfügen mittlerweile über ein semi-professionelles Fotostudio für
Makro-Aufnahmen; Ihre Kinder haben Sie aber schon monatelang nicht mehr
fotografiert.
Sie geben Ihren Uhren Namen - "Das ist Jessica, meine
Minutenrepetition... |
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